Bruno Alfred Döblin:
(deutsch: [10. August 1878 – 26. Juni 1957).
Deutscher Schriftsteller, Essayist und Arzt, bekannt für seinen Roman „Berlin Alexanderplatz (1929)“. Als produktiver Schriftsteller, dessen Œuvre mehr als ein halbes Jahrhundert umfasst und eine Vielzahl literarischer Strömungen und Stile umfasst, ist Döblin eine der bedeutendsten Figuren der deutschen literarischen Moderne. Sein Gesamtwerk umfasst über ein Dutzend Romane, deren Genre von historischen Romanen über Science-Fiction bis hin zu Romanen über die moderne Metropole reicht; mehrere Dramen, Hörspiele und Drehbücher; eine wahre Kriminalgeschichte; ein Reisekonto; zwei philosophische Abhandlungen in Buchlänge; zahlreiche Aufsätze zu Politik, Religion, Kunst und Gesellschaft; und zahlreiche Briefe – sein Gesamtwerk, neu aufgelegt im Deutschen „Taschenbuch Verlag“ und im „Fischer Verlag“, umfasst mehr als dreißig Bände. Sein erster veröffentlichter Roman „Die drei Sprünge des Wang-lung“ erschien 1915 und sein letzter Roman „Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende“ erschien 1956, ein Jahr vor seinem Tod.

Es ist aber in der Welt so eingerichtet, dass die dämlichsten Sprichworte recht behalten.

Der Satz gehört zu den vielen sprichwörtlichen, volkstümlichen Einschüben, mit denen Döblin den Erzählton von “Berlin Alexanderplatz” (1929) prägt. Der Roman ist bekannt für seine collagenhafte Erzählweise, die Berliner Umgangssprache, Bibelzitate, Werbeslogans, Wetterberichte und eben auch Sprichwörter montiert – oft mit ironischem oder resignativem Unterton.
Die Aussage selbst hat einen leicht selbstironischen, volksweisen Kern: Sie besagt, dass gerade die scheinbar banalsten, “dämlichsten” Sprichwörter sich im Leben immer wieder bewahrheiten – dass also die einfache Volksweisheit oft treffender ist als man denkt, auch wenn man sie intellektuell belächelt. Es folgt direkt im Anschluss:
– “wenn ein Mensch glaubt, nu ist gut, dann ist noch lange nicht gut” – man soll sich nicht zu früh in Sicherheit wiegen
– “Der Mensch denkt und Gott lenkt” – ein klassisches Sprichwort über die Begrenztheit menschlicher Planung
– “der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht” – ebenfalls ein altes Sprichwort, das besagt, dass ein riskantes Verhalten irgendwann schiefgeht
Döblin reiht hier also bewusst mehrere Klischee-Weisheiten aneinander, um zu zeigen: So banal sie klingen, sie behalten am Ende oft recht – ein Kommentar auf das Schicksal Biberkopfs, der trotz guter Vorsätze immer wieder ins Unglück gerät, weil ihn das Leben (bzw. das Schicksal, “Gott”) anders lenkt, als er es sich vorgenommen hat.