B. Traven:
(Manche Quellen nennen ihn Bruno Traven) war das Pseudonym eines vermutlich deutschen Schriftstellers, der für seine Romane über Ungerechtigkeit und Ausbeutung weltweit, insbesondere in Mexiko, bekannt ist. Sein Name, seine Nationalität, sein Geburtsdatum und sein Geburtsort sind umstritten. Sicher ist jedoch, dass Traven bis 1923 unter dem Namen Ret Marut in Deutschland lebte und 1924 nach Mexiko kam, wo auch der Großteil seiner Werke spielt – darunter „Der Schatz der Sierra Madre“ (1927), dessen Verfilmung 1949 drei Oscars gewann.

Es gibt überhaupt nichts, was man nicht lernen könnte.

Der Satz drückt einen tief demokratischen, antielitären Optimismus über die menschliche Lernfähigkeit aus: Es gibt keine angeborene, unüberwindbare Grenze dessen, was ein Mensch sich aneignen kann – weder durch Herkunft, Bildungsstand noch Klassenzugehörigkeit vorgegeben. Im Kontext von Travens Werk, das oft die Ausbeutung einfacher Arbeiter thematisiert, lässt sich das Zitat auch als Statement gegen die Vorstellung lesen, bestimmte Menschen seien für bestimmte (niedrige) Tätigkeiten “geboren” oder zu Höherem unfähig. Es passt zu Travens generellem Grundton: Respekt vor der Würde und Kompetenz einfacher Menschen sowie Misstrauen gegenüber Autoritäten und angeblichen “natürlichen” Hierarchien. Losgelöst vom ursprünglichen Kontext wird der Satz heute häufig ganz allgemein als Ermutigungs- oder Motivationszitat verwendet, im Sinne von: Mit genug Wille und Ausdauer ist praktisch jede Fähigkeit erlernbar.
Herkunft:
Das Zitat stammt aus dem Roman “Die Baumwollpflücker” (auch unter dem Titel “Der Wobbly” bekannt). Belegt ist es in der Ausgabe der Büchergilde Gutenberg von 1978, Seite 98. Der Roman gehört zu Travens frühen, in Mexiko angesiedelten Werken, die das harte Leben von Wanderarbeitern und Tagelöhnern schildern – ein Milieu, in dem praktische Anpassungsfähigkeit und das schnelle Erlernen neuer Fertigkeiten überlebenswichtig waren.
Autor:
Der Urheber ist B. Traven (auch Bruno Traven genannt). B. Traven ist das Pseudonym eines deutschen Schriftstellers, dessen echter Name, Geburtsdatum und -ort sowie Einzelheiten des Lebens bis heute unter Literaturwissenschaftlern umstritten sind. Sicher ist jedoch, dass er den längsten Teil seines Lebens in Mexiko verbrachte, wo auch die meisten seiner Romane und Erzählungen spielen. Diese geheimnisvolle Biografie macht ihn zu einer der rätselhaftesten Gestalten der deutschsprachigen Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts.