Jiddische Sprüche

Ein Kluger hört ein Wort und versteht zwei.

Foto: Dlxmedia Hu. Bedeutung:
Es lobt die Person, die Implikationen schnell erfassen kann – jemand, der scharfsinnig genug ist, um zu erfassen, was „angedeutet“ oder angedeutet ist, und nicht nur das, was wörtlich gesagt wird. Es ist das Gegenteil von der Notwendigkeit, dass alles buchstabiert werden muss. Englische Redewendungen, mit denen es sich überschneidet:
„Ein Wort an die Weisen genügt“ oder „Zwischen den Zeilen lesen“.
Herkunft und Autor:
Jiddisches Original:
„A kluger farshteyt fun eyn vort tsvey“ – wörtlich „Ein kluger Mensch versteht zwei [Dinge] aus einem Wort.“
Wie bei den meisten jiddischen Sprichwörtern gibt es „keinen einzigen namentlich genannten Autor“ – „es ist ein anonymes Volkssprichwort“, das in aschkenasischen jüdischen Gemeinden in Osteuropa mündlich verbreitet wurde, wahrscheinlich über Generationen hinweg, bevor es jemand niederschrieb. Es ist in Nahum Stutchkoffs jiddischem Thesaurus von 1950, Der Oytser fun der Yidisher Shprakh („Die Schatzkammer der jiddischen Sprache“), aufgezeichnet, der zu den wissenschaftlichen Standardbeständen des jiddischen Vokabulars und der jiddischen Redewendung gehört, aber Stutchkoff hat den bestehenden Sprachgebrauch zusammengestellt und die Zeile nicht geprägt. Es taucht auch in anderen bekannten Sammlungen jiddischer Sprichwörter des 20. Jahrhunderts auf, beispielsweise in Hanan Ayaltis „Yiddish Proverbs“.
Es wird oft mit einem verwandten, aber eindeutigen Sprichwort gepaart oder damit verwechselt:
„a kluger veyst vos er zogt; a nar zogt vos er veyst“ – „Ein kluger Mensch weiß, was er sagt; ein Narr sagt, was er weiß“ – wobei es eher um Diskretion als um schnelles Verständnis geht. Erwähnenswert, da die beiden manchmal in Listen gebündelt werden.
Das schlechte Rad quietscht am lautesten.

Bild: Peter van Geest AI. 📖 Bedeutung:
Dieses Sprichwort ist eine Metapher für menschliches Verhalten in Gruppen. Es besagt, dass diejenigen, die am lautesten klagen, die höchsten Ansprüche stellen oder die meisten Probleme verursachen, auch die meiste Aufmerksamkeit und die meisten Ressourcen erhalten.
– Aufmerksamkeit:
Das Rad, das am lautesten quietscht, bekommt das Schmiermittel (Aufmerksamkeit/Ressourcen).
– Beschwerden:
Wer am meisten Lärm macht (sich beschwert), dessen Bedürfnisse werden zuerst erfüllt.
– Effizienz vs. Lärm:
Stille Effizienz wird oft zugunsten lauter Probleme übersehen.
🌍 Ursprung:
Obwohl es manchmal mit der jiddischen Folklore in Verbindung gebracht wird (die viele ähnliche Sprichwörter über Lärm und Aufmerksamkeit kennt), gilt diese spezifische Formulierung weithin als amerikanisch und stammt aus dem 19. Jahrhundert.
– Frühe Verwendung:
Der Gedanke findet sich in Josh Billings’ „Farmers’ Allminax“ (1870); dort schrieb er:
„Ich bin ungern ein Nörgler, ich versuche stets, Frieden zu wahren, aber das Rad, das am lautesten quietscht, ist dasjenige, das das Schmiermittel bekommt.“
– Jiddischer Bezug:
Wie bereits erwähnt, gibt es im Jiddischen ähnliche Varianten, wie zum Beispiel: „די ערגסטע ראָד קוויטשעט דאָס מערסטע“
(Di ergste rod kvitshet dos merste), was bedeutet:
„Das schlechteste Rad quietscht am meisten.“
Dies unterstreicht, wie universell diese Beobachtung ist; sie geht über einzelne Sprachen hinaus und findet zugleich in verschiedenen Kulturen ihren eigenen Ausdruck.
✍️ Autor:
Der genaue Autor ist unbekannt.
Es handelt sich um eine Volksweisheit, die sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Auch wenn der Gedanke durch Schriftsteller wie Josh Billings (das Pseudonym von Henry Wheeler Shaw) populär wurde, gilt das Sprichwort selbst als kollektives Erzeugnis der Volkstradition.

Ein Narr hat eine schöne Welt.

Foto: Kenny Eliason. ✅ Bedeutung:
Es ist ein ironisches, leicht bitteres Sprichwort. Der Narr ist zufrieden, weil er weder seine eigenen Fehler noch die Probleme der Welt oder seine eigenen Grenzen wahrnimmt. Er lebt im „Paradies“, während sein Umfeld die Konsequenzen dessen trägt, was ihm selbst entgeht. Es ähnelt dem englischen „fool’s paradise“ (Narrenparadies) oder dem Gedanken „Unwissenheit ist ein Segen“ (“ignorance is bliss”), doch geht es weniger um das Glück des Narren selbst, als vielmehr darum, wie beneidenswert und zugleich zum Verrücktwerden diese Unwissenheit auf alle anderen wirkt.
Ein ergänzendes Sprichwort bringt es auf den Punkt:
„Lieber mit einem Weisen in der Hölle als mit einem Narren im Paradies.“
Zusammen vermitteln sie die Botschaft, dass ein Leben mit klarem Blick – selbst wenn es hart ist – einer glückseligen Torheit vorzuziehen ist.
Ursprung:
Es handelt sich um ein jiddisches Sprichwort aus der mündlichen Überlieferung osteuropäisch-jüdischer Gemeinschaften (der Welt der Schtetl), das später von Sammlern schriftlich festgehalten wurde. Da ich den ursprünglichen jiddischen Wortlaut nicht finden konnte, verzichte ich auf eine Transliteration; zudem lässt sich – wie bei Sprichwörtern üblich – kein genauer Zeitpunkt des ersten Erscheinens bestimmen. Es reiht sich ein in eine Vielzahl jiddischer Sprichwörter über Narren, wie etwa:
„Um einen Toten trauert man sieben Tage, um einen Narren ein Leben lang.“
In einem Blogbeitrag über Sprichwörter zu Narren wird dieses Zitat angeführt und der Sammlung “Yiddish Proverbs” (herausgegeben und übersetzt von Hanan J. Ayalti) zugeschrieben. Für den genauen jiddischen Wortlaut und die Eintragungsnummer empfiehlt sich ein Blick in Ayaltis “Yiddish Proverbs” (Schocken, 1949) oder in Ignatz Bernsteins umfangreiche Sammlung “Yidishe shprikhverter un rednsartn” (1908).
🗣️ Autor: Keiner.
Es handelt sich um anonyme Volksweisheit. Ayalti ist lediglich der Übersetzer und Herausgeber der genannten Sammlung, nicht der Autor des Sprichworts.

Schade, dass die Braut so schön ist!

Foto: Maria Orlova. ✅ Bedeutung:
„Schade, die Braut ist so hübsch!“ ist ein Deutsches Satz, der Folgendes ausdrückt:
– Einen bedauernden oder klagenden Unterton („schade …“)
– Ein Kompliment für die Attraktivität der Braut („die Braut ist so hübsch“)
– In vielen Zusammenhängen schwingt oft etwas mit wie:
– „Es ist eine Schande – sie ist zu hübsch, um in ihrer jetzigen Situation festzustecken“, oder
– „Wie schade, dass sie heiratet / weggeht / vergeben ist“ – je nach Kontext.
🗣️ Wahrscheinliche Bedeutung im Original (im Stil jiddischer Redeweise):
Solche Sätze finden sich häufig in der Art von Redewendungen, wie sie bei jiddischen Hochzeiten oder im humorvollen, neckenden Volksmund üblich sind: Man äußert etwas, das oberflächlich wie ein Kompliment klingt, aber einen ironischen oder leicht wehmütigen Unterton hat.
Wäre das Original auf Jiddisch, würde es wahrscheinlich auf einer Konstruktion wie „schade“ (oder „a schad“) in Verbindung mit „die Braut ist hübsch“ basieren.
📚 Ursprung / „Autor“:
⚠️ Wichtiger Hinweis:
Ich kann allein anhand des englischen Satzes keinen spezifischen Autor oder einen eindeutigen „Ursprung“ zuverlässig benennen.
– Bei diesem Satz handelt es sich wahrscheinlich um die Übersetzung oder Adaption eines alten Sprichworts oder einer Pointe, wie sie in jüdischen Diaspora-Gemeinschaften verbreitet waren.
– Solche Sätze tauchen häufig auf in:
– Anekdoten rund um Hochzeiten,
– Theatermanuskripten,
– Sammlungen jiddischer Witze,
– Theater- oder Vaudeville-Stücken aus der Zeit der großen Einwanderungswellen,
– oder späteren Übersetzungen in Literatur und Film.

Eine Kneipe kann einen guten Mann nicht verderben und eine Synagoge einen Schlechten nicht verbessern.

Foto: Louis Hansel. Bedeutung:
Das Sprichwort besagt, dass der moralische Charakter eines Menschen nicht allein durch die Orte bestimmt wird, die er aufsucht:
– Ein wahrhaft guter Mensch verkommt nicht automatisch, nur weil er eine Schenke betritt oder sich in zweifelhafter Gesellschaft aufhält.
– Ein schlechter Mensch wird nicht automatisch tugendhaft, nur weil er eine Synagoge besucht oder äußerliche religiöse Bräuche pflegt.
Kurz gesagt:
Charakter und Verhalten wiegen schwerer als das Umfeld oder der äußere Schein. Es lässt sich auch als Kritik an oberflächlicher Religiosität verstehen.
Herkunft und Urheberschaft:
Es ist allgemein als „anonymes jiddisches oder jüdisches Sprichwort“ bekannt und nicht als Zitat eines bestimmten Autors. Es existieren Varianten mit „Kirche“, „Tempel“ oder „Synagoge“, was darauf hindeutet, dass das Sprichwort an verschiedene Sprachen und religiöse Kontexte angepasst wurde.
Eine plausible jiddische Formulierung wäre:
> אַ גוטן מענטש קען די קרעטשמע נישט פֿאַרדאַרבן, און אַ שלעכטן קען די שול נישט פֿאַרבעסערן.
> „A gutn mentsh ken di kretshme nisht fardarbn, un a shlekhtn ken di shul nisht farbesern.“
Wörtlich:
> „Die Schenke kann einen guten Menschen nicht verderben, und die Synagoge kann einen schlechten nicht bessern.“
Diese jiddische Formulierung ist jedoch möglicherweise eine Rekonstruktion oder eine von mehreren mündlich überlieferten Varianten; es scheint keinen gesichert belegten Originaltext, kein genaues Datum und keinen namentlich bekannten Autor zu geben. Die sicherste Zuordnung lautet daher:
> „Traditionelles jiddisches/jüdisches Sprichwort – Verfasser unbekannt.“

Dem Guten hilft ein Wort, aber dem Schlechten hilft auch kein Stock.

Foto: Priscilla du Preez. ✅ Bedeutung:
– „Der Versuch, mit jemandem zur Vernunft zu kommen, der etwas Falsches tun will, ist nutzlos.“
– „Eine sanfte Warnung („ein Wort zum Guten“) kann dem gutherzigen Menschen helfen.“
– „Aber bei der schlechten Person wird selbst ein „Stock“ (d. h. Strafe oder Gewalt) sie nicht ändern.“
Kurz gesagt:
„Das Gute kann durch Vernunft korrigiert werden; Das Schlechte kann nicht mehr korrigiert werden.‘
🗣️ Ist es Jiddisch?
Ja – Das Gefühl wird stark mit „jiddischen Sprichwörtern“ in Verbindung gebracht, obwohl der genaue Wortlaut je nach Sprache und Übersetzung variieren kann.
– Viele jiddische Sprichwörter verwenden gepaarte Bilder wie „Wort vs. Stock“, um „Vernunft vs. Kraft“ auszudrücken.
– Im Englischen sieht man oft ähnliche Äquivalente wie:
– „Ein Wort an die Weisen genügt.“ (aber das impliziert normalerweise, dass die Guten es verstehen können)
– Diese Version fügt den Teil „Schlecht ändert sich nicht“ hinzu, was sie pessimistischer macht.
Da Sprichwörter über mehrere Sprachen verbreitet sind, finden Sie dieses Sprichwort möglicherweise in:
– Englische Übersetzungen (oft als Paraphrase)
– Deutsche/jiddische Formen
– Hebräisch/jiddisch beeinflusste Sprüche
📜 Herkunft/Autor:
✅ „Kein einzelner, zuverlässig dokumentierter Originalautor.“
– „Es gibt keinen allgemein verifizierten Einzelautor“ für genau dieses Sprichwort, wie es für ein Buchzitat der Fall wäre.
– Wie bei den meisten Sprichworttraditionen handelt es sich eher um „Volksweisheit“ als um ein benanntes literarisches Werk.
🔎 Woher es wahrscheinlich kommt:
– ‘Aschkenasische jüdische / jiddische Sprichworttradition’
– Das Motiv „Warnung/Überredung vs. Bestrafung“ ist in der gesamten europäischen Sprichwortkultur (Jiddisch, Deutsch usw.) verbreitet und könnte daher „Teil einer größeren Sprichwortfamilie“ sein, die das Jiddische übernommen und weitergegeben hat.

Ein Gast ist wie ein Regen: Wenn er zu lange bleibt, wird er eine Last.

Foto: Reza Shayestehpour. Bedeutung ✅🌧️:
– Ein „Gast“, der „immer wieder bleibt oder wiederkommt“, wird ‘lästig’.
– Wie beim „Regen“ ist die Beharrlichkeit nicht mehr „erfrischend“ – sie wird zum „Ärgernis“, wenn sie nicht aufhört.
Kurz gesagt:
„Beharrlichkeit (sei es beim Wetter oder bei Gästen) kann zum Problem werden.“
Herkunft / Sprache 🌍:
– Der Spruch wird häufig als „jiddisches Sprichwort“ bezeichnet.
– Die „genaue, älteste Quelle lässt sich jedoch nur schwer zuverlässig „bestimmen, da viele Sprichwörter in späteren Sammlungen und Übersetzungen mit unterschiedlichem Wortlaut kursieren“.
Zudem findet man in verschiedenen Quellen unterschiedliche Formulierungen, z. B.:
– „Ein Gast ist wie der Regen …“ (gleicher Gedanke)
– „Wenn Gäste zu lange bleiben …“ (Umschreibungen)
– Variationen, die „Regen“ durch andere Wettermetaphern ersetzen
Autor 🙋‍♂️:
– In den meisten Sprichwort-Traditionen ist „kein einzelner Autor bekannt“.
– Wie die meisten Sprichwörter gilt es als „anonyme Volksweisheit“ und wird keinem bestimmten Verfasser zugeschrieben.

Ein Bruder der zum Feind wurde, ist ein Feind fürs Leben.

Foto: Markus Spiske. ✅ Bedeutung:
„Ein Bruder, der zum Feind wird, ist ein Feind fürs Leben“ – dieses Sprichwort drückt Folgendes aus:
– Wenn jemand, der einem einst nahestand (ein „Bruder“ oder eine brüderliche Bindung), zum „Feind“ wird, neigt diese Feindschaft dazu, „dauerhaft zu bestehen“.
– Verrat innerhalb enger Beziehungen gilt als besonders „nachhaltig und unverzeihlich“.
> Kurz gesagt:
„Sobald ein ‚Bruder‘ zum Feind wird, endet der Konflikt eigentlich nie.“
🌍 Ursprung / Sprache:
– Das Sprichwort gilt gemeinhin als „jiddisches Sprichwort“, ist aber auch im Englischen sowie in anderen jüdischen oder europäischen Sprichwortsammlungen zu finden.
– Die Formulierung variiert je nach Übersetzung, zum Beispiel:
– „Ein Bruder, der zum Feind wird, ist für immer ein Feind.“
– „Ein Bruder, der zum Feind wird, bleibt ein Feind.“
Da die Überlieferungsgeschichte von Sprichwörtern oft unübersichtlich ist, lässt sich ohne konkrete Quelle „schwer eine einzelne, definitive Erstveröffentlichung“ benennen.
🧾 Autor:
– Es wird üblicherweise „kein einzelner Autor“ genannt.
– Wie die meisten Sprichwörter gilt es als „traditionell/anonym“ (Volksweisheit statt eines dokumentierten Zitats eines bestimmten Autors).

Du fällst nicht, weil du schwach bist, sondern weil du denkst, du bist stark.

Foto: praxistraining.be. 📖 Bedeutung:
Dieser kraftvolle Satz –
„Du stolperst nicht, weil du schwach bist, sondern weil du dich für stark hältst“ –
enthält eine tiefgründige Botschaft über Demut, Selbsterkenntnis und die Gefahren von Selbstüberschätzung.
– Schwäche ist nicht die Ursache:
Er rückt unsere Fehler und Fehltritte in ein neues Licht und legt nahe, dass sie nicht zwangsläufig aus einer inhärenten Unzulänglichkeit oder Zerbrechlichkeit resultieren.
– Hochmut ist die Falle:
Stattdessen deutet das Zitat darauf hin, dass der Glaube an die eigene Unverwundbarkeit, völlige Autarkie oder Fehlerlosigkeit zu Selbstgefälligkeit und mangelnder Vorsicht führt.
– Die Gefahr der „Stärke“:
Wenn wir uns als absolut stark wahrnehmen, neigen wir dazu:
– Vorbereitungen zu vernachlässigen.
– Warnsignale zu ignorieren.
– Unsere Fähigkeiten zu überschätzen.
– Keine Hilfe zu suchen.
– Eine Lektion in Demut:
Es ermutigt uns, unsere Grenzen anzuerkennen, uns unserer Verwundbarkeit bewusst zu werden und Herausforderungen mit realistischer Selbsteinschätzung statt mit blindem Selbstvertrauen zu begegnen.
Kurz gesagt:
Es erinnert uns daran, dass wahre Stärke nicht darin liegt, sich für unzerbrechlich zu halten, sondern darin, die eigenen Schwächen zu verstehen und das Leben mit angemessener Sorgfalt und Demut zu meistern.
🌍 Ursprung & Autor:
Dieses Zitat wird häufig der jiddischen Folklore oder einem jiddischen Sprichwort zugeschrieben.
Auch wenn es schwierig ist, einen einzelnen, spezifischen Autor zu benennen (wie es bei vielen Volkssprüchen der Fall ist), liegen seine Wurzeln tief in der jüdischen Kultur- und Geistesgeschichte, die oft Demut, Selbstreflexion und das Streben nach Weisheit betont.
– Jiddisches Erbe:
Der Gedanke dahinter steht im Einklang mit Themen, die in der jiddischen Literatur und Philosophie häufig behandelt werden – etwa die Komplexität der menschlichen Existenz, die Bedeutung der Gemeinschaft und die Notwendigkeit spiritueller Achtsamkeit.
– Eine zeitlose Wahrheit:
Seine anhaltende Beliebtheit über Kulturgrenzen hinweg zeugt von seiner universellen Relevanz und der zeitlosen Weisheit, die es über die menschliche Natur und die Gefahren des Hochmuts vermittelt.
Auch wenn wir also vielleicht keine einzelne Person als Urheber benennen können, so können wir es doch als wertvolles Stück kollektiver Weisheit schätzen, das über Generationen hinweg weitergegeben wurde.

Wenn du Glück hast, kalbt selbst dein Oxe.

Foto: Francesko Pitarresi. Bedeutung:
– „Wer Glück hat, erlebt eine unerwartete glückliche Fügung.“
– Selbst etwas, das normalerweise als „unwahrscheinlich oder unlogisch“ gilt (ein Ochse, der ein Kalb zur Welt bringt), kann tatsächlich geschehen.
– Es handelt sich somit um ein „Sprichwort über das Glück“ und die Vorstellung, dass der „Zufall“ Grenzen überwindet.
Ursprung:
– Die Formulierung wird oft als „jiddisch“ beschrieben (und/oder mit jiddischen bzw. westeuropäisch-jüdischen Redewendungen in Verbindung gebracht).
– In der Praxis wurden solche Sprüche oft „mündlich überliefert“ und fanden anschließend Eingang in verschiedene Sprachen und Regionen (Niederländisch, Deutsch, Jiddisch), was dazu führte, dass:
– mehrere „sich wandelnde Varianten“ entstanden,
– und die genaue „ursprüngliche“ Quelle bisweilen schwer zu bestimmen ist.
✅ Typisch für diese Art von Ausdruck ist, dass der jiddische/jüdische Humor oft „absurde oder anschauliche Bilder“ verwendet (wie etwa einen Ochsen, der ein Kalb gebiert), um das Konzept des „Glücks“ zu verdeutlichen.
> Hinweis: Ohne eine genaue Quelle (wie ein Buch oder einen Beleg in einer Sprichwörtersammlung) lässt sich der exakte Ursprung nicht mit hundertprozentiger Sicherheit datieren.
Urheber:
– Für dieses Sprichwort gibt es im Allgemeinen „keinen bekannten einzelnen Verfasser“.
– Wie bei vielen Sprichwörtern handelt es sich um „anonyme Volksweisheit“ (eine idiomatische Redewendung, die später in Sammlungen festgehalten wurde). Varianten:
Je nach Sammlung oder Übersetzung können Varianten auftreten, die Folgendes enthalten:
– ein anderes „unwahrscheinliches Tier“ oder eine andere Handlung,
– aber dieselbe Grundidee: „Glück macht es möglich / selbst das Unmögliche geschieht“.

Alle Bräute sind schön, alle Toten fromm.

Foto: wallup.net. 💡 Bedeutung:
Der Spruch ist ironisch oder ironisch:
gesellschaftliche Konventionen erfordern das
– jede Braut sei als schön gepriesen, und
– every deceased person be remembered as virtuous.
In other words, judgments made at weddings and funerals are ceremonially generous and should not always be taken literally. The second half resembles the principle “Speak no ill of the dead” ‘de mortuis nil nisi bonum’).
📜 Jiddische Form:
> ‘אַלע כּלות זײַנען שיין, און אַלע מתים זײַנען פֿרום’.
> ‘Ale kales zaynen sheyn, un ale meysim zaynen frum.’
Wörtlich:
> “All brides are beautiful, and all the dead are pious.”
„Heilig“ ist eine etwas freie Übersetzung. ‘פֿרום (‘frum’)’ more precisely means ‘pious, devout, or religious’.
🕰️ Herkunft und Autor:
– It is generally regarded as a ’traditional Yiddish/Jewish proverb’.
– Es ist „kein einzelner Autor bekannt“.
– Although ‘kales’ (“brides”) and ‘meysim’ (“the dead”) derive from Hebrew, the sentence itself is Yiddish.
– Similar sentiments exist in many European and Jewish traditions, so it should not be treated as a quotation coined by a particular writer.
Eine idiomatischere englische Wiedergabe wäre:
> “Every bride is beautiful, and every dead man was a saint.”

Die Wahrheit ist die sicherste Lüge.

Foto: Yassar Mutwakil. Bedeutung:
Es handelt sich um ein Paradoxon über die List:
Die Wahrheit zu sagen, ist die sicherste Art zu lügen – und zwar aus zwei Gründen:
– Niemand schöpft Verdacht:
Eine Wahrheit entwaffnet die Abwehr des Gegenübers. Wer mit Täuschung rechnet, hinterfragt nichts, was aufrichtig klingt.
– Man kann täuschen, ohne etwas Falsches zu sagen:
Es genügt, auszuwählen, welche Wahrheiten man preisgibt, welche man verschweigt und in welcher Reihenfolge man dies tut – oder etwas Wahres zu sagen, in dem Wissen, dass man ohnehin nicht geglaubt wird.
Der Spruch wird meist als Warnung vor Manipulation und Halbwahrheiten verstanden, bisweilen aber auch als zynische Anspielung auf jemanden, der sein Spiel mit der Glaubwürdigkeit zu beherrschen weiß.
Ursprung:
Er wird der jiddischen Sprichworttradition zugeschrieben; in Zitatensammlungen findet man ihn auf Englisch als „Truth is the safest lie“, schlicht gekennzeichnet als „Yiddish Proverb“. Da ich weder die ursprüngliche jiddische Form noch eine Primärquelle oder ein Datum ausfindig machen konnte, lassen sich weder der genaue Wortlaut noch das Alter verifizieren. Eine solche Zuordnung zum Jiddischen ist bei volkstümlichen Sprichwörtern üblich, lässt sich jedoch nicht immer zweifelsfrei belegen.
Autor:
Es gibt keinen bekannten Autor; es handelt sich um ein anonymes Sprichwort.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Door Pieter

Mensenmens, zoon, echtgenoot, vader, opa. Spiritueel, echter niet religieus. Ik hou van golf, wandelen, lezen en de natuur in veel opzichten. Onderzoeker, nieuwsgierig, geen fan van de mainstream media (MSM).

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