Stanley H. Horowitz:
Amerikanischer Ingenieur bei der American Electrical Power Company und Verfasser von Aphorismen.

Der Winter ist eine Radierung, der Frühling ein Aquarell, der Sommer ein Ölgemälde und der Herbst ein Mosaik aus all diesen Werken.

Das Zitat vergleicht jede Jahreszeit mit einem künstlerischen Medium, basierend darauf, wie sie die Landschaft „darstellt“:
– „Winter → Radierung“:
kahle Bäume, klare Konturen, Schwarz-Weiß-Kontraste – wie die präzisen, reduzierten Linien eines Radierungsdrucks.
– „Frühling → Aquarell“:
zarte, durchscheinende Pastellfarben, die aufblühen und ineinanderfließen – ein Spiegelbild der frischen, empfindsamen Blütenpracht dieser Jahreszeit.
– „Sommer → Ölgemälde“:
satte, kräftige, volle Farben – dick aufgetragen und lebendig, wie das üppige Grün und das intensive Licht des Sommers.
– „Herbst → Mosaik aus all diesen“:
der Herbst vereint Fragmente der Farbpaletten und Texturen aller anderen Jahreszeiten – Rot-, Orange- und Brauntöne, die letzte Zartheit des Aquarells und die radierungsartigen, kahlen Zweige, die hervortreten; ein „Mosaik“ aus verschiedenen Teilen, das Elemente des gesamten Jahres zusammenführt.
Im Grunde handelt es sich um eine poetische Betrachtung darüber, wie jede Jahreszeit ihr eigenes visuelles „Medium“ oder ihre eigene Textur besitzt, wobei der Herbst die Krönung und Mischung aus allen drei darstellt.
Ursprung und Urheberschaft:
Das Zitat kursiert ständig im Internet (in Sammlungen inspirierender Zitate, Garten- und Kunstblogs sowie Kalendern) und wird fast immer Stanley Horowitz zugeschrieben. Jedoch:
– Eine Quelle bezeichnet ihn als „den Dichter Stanley Horowitz“, eine andere als „den amerikanischen Autor Stanley Horowitz“ – die beiden Beschreibungen sind sich nicht einmal über seinen Beruf einig.
– Mindestens eine Quelle (Guideposts) führt dasselbe Zitat als „Anonym“ auf, also ganz ohne Autorennamen.
– Es gibt keine verifizierbaren biografischen Spuren eines Stanley Horowitz als bekanntem Dichter oder Autor – keine Geburts- oder Sterbedaten, kein veröffentlichtes Buch, keine weiteren weithin bekannten Zitate, und bei Recherchen taucht kein eigenständiger biografischer Eintrag auf. Dies ist ein starkes Indiz dafür, dass es sich um eines der vielen „Zitate ohne gesicherten Ursprung“ handelt, denen im Zuge ihrer Verbreitung auf Zitat-Sammlungsseiten und in sozialen Medien ein erfundener oder nicht verifizierbarer Name zugeschrieben wurde – eine Zuschreibung, die dann unkritisch von Seite zu Seite kopiert wird. Fazit:
Der Gedanke und die Formulierung sind authentisch und weit verbreitet, doch die Zuschreibung an Stanley Horowitz sollte eher als „nicht verifiziert“ oder wahrscheinlich apokryph betrachtet werden denn als gesichert – ähnlich wie bei vielen Zitaten, die im Internet kursieren und mit einem plausibel klingenden Namen versehen sind, ohne dass es dafür einen echten Beleg gibt.