Arthur Schopenhauer:
(Danzig, 22. Februar 1788 – Frankfurt am Main, 21. September 1860). Deutscher Philosoph, der eine ausgesprochen pessimistische Weltanschauung formulierte. Er ist auch als großer Stilist bekannt. Sein bekanntestes Werk ist Die Welt als Wille und Vorstellung (1818, 1844), in dem er seine eigene Metaphysik darlegt: Hinter der sinnlichen Welt steht ein allgemeiner Wille, von dem wir Menschen nur phänomenale Manifestationen sind. In dieser Weltanschauung ist der Mensch also in erster Linie ein „gewolltes“ Wesen, bei dem das Begehren im Mittelpunkt steht und nicht die vernünftige Vernunft. Aufgrund dieser Philosophie gilt Schopenhauer als der wichtigste Wegbereiter der Lebensphilosophie. Schopenhauer hatte großen Einfluss auf die Philosophie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber im 20. Jahrhundert ist sein Einfluss in Vergessenheit geraten.

So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.

Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.

Es wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher mit mit dem Aneignen ihres Inhalts.

Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir widerspruchslos hinnehmen.

Der wahre, tiefe Frieden des Herzens und die vollkommene Gemütsruhe sind allein in der Einsamkeit zu finden.

Seitdem ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere.

Ganz er selbst sein darf jeder nur solange er allein ist: wer also nicht die Einsamkeit liebt,
der liebt auch nicht die Freiheit: denn nur wenn man allein ist, ist man frei.

Wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit.

Entfernung und lange Abwesenheit tun jeder Freundschaft Eintrag, so ungern man es gesteht. Also bewährt sich auch hier Goethes Ausspruch: Die Gegenwart ist eine mächt’ge Göttin.

Die Zeitungen sind der Sekundenzeiger der Geschichte. Derselbe ist meistens nicht nur von anderem Metalle als die beiden anderen, sondern geht auch selten richtig.

Es gibt keinen größeren Irrtum, als anzunehmen, dass das, was zuletzt geschrieben wurde, immer richtiger ist; dass das, was später geschrieben wurde, eine Verbesserung gegenüber dem zuvor Geschriebenen darstellt; und dass jede Änderung Fortschritt bedeutet.

Dieses tiefgründige Zitat, das oft Arthur Schopenhauer zugeschrieben wird, thematisiert die kritische Auseinandersetzung mit der Idee des stetigen Fortschritts, insbesondere im Bereich des Denkens, Schreibens und der intellektuellen Entwicklung.
– Hinterfragen des Fortschrittsglaubens:
Das Zitat warnt davor, blindlings anzunehmen, dass neuere Erkenntnisse oder spätere Schriften automatisch besser, richtiger oder fortschrittlicher sind als ältere. Es plädiert für eine kritische Prüfung und Bewertung, unabhängig vom Zeitpunkt der Entstehung.
– Wertschätzung des Alten:
Es betont, dass Weisheit, Wahrheit und tiefgreifende Einsichten auch in älteren Werken zu finden sein können und nicht zwangsläufig durch neuere Publikationen überholt werden.
– Skepsis gegenüber Veränderungen:
Das Zitat drückt eine gewisse Skepsis gegenüber dem reinen Veränderungswillen aus und betont, dass nicht jede Änderung automatisch einen Fortschritt darstellt. Es kann auch Rückschritte oder bloße Moden geben.
– Bedeutung des kritischen Denkens:
Es ermutigt dazu, sich nicht von der Aktualität oder dem Neuigkeitswert einer Aussage blenden zu lassen, sondern den Inhalt und die Argumente selbstständig zu prüfen und zu bewerten.
Ursprung:
Das Zitat wird allgemein dem deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer (1788-1860) zugeschrieben. Es spiegelt seine skeptische und oft pessimistische Weltsicht wider, die sich auch in seiner Kritik am Fortschrittsglauben seiner Zeit äußerte.
Kontext: Schopenhauer lebte in einer Zeit des rasanten gesellschaftlichen und technologischen Wandels, in der der Glaube an den unaufhaltsamen Fortschritt der Menschheit weit verbreitet war. Seine Philosophie stellte diesen Optimismus in Frage und betonte die Leiden und die Irrationalität der menschlichen Existenz.
Verfasser: Arthur Schopenhauer:
Wie bereits erwähnt, gilt Schopenhauer als der Verfasser dieses Zitats. Er war einer der bedeutendsten Philosophen des 19. Jahrhunderts und prägte mit seinem Werk “Die Welt als Wille und Vorstellung” die Philosophiegeschichte maßgeblich. Seine Gedanken zu Themen wie Willensfreiheit, Pessimismus und Ästhetik haben bis heute Einfluss.