Karl Theodor Jaspers:
(Oldenburg, 23. Februar 1883 – Basel, 26. Februar 1969). Schweizer Psychiater, der als Philosoph internationale Berühmtheit erlangte. Er wurde in Deutschland geboren. Sein Vater war Rechtsanwalt, seine Mutter arbeitete in einer landwirtschaftlichen Genossenschaft. Jaspers war einer der bedeutendsten Vertreter der Existenzphilosophie, die er strikt vom Existenzialismus Jean-Paul Sartres abgrenzte. Auch im theologischen Bereich machte er sich einen Namen. Er war zunächst Lehrer und später ein lebenslanger Freund von Hannah Arendt, mit der er jahrzehntelang korrespondierte. Auch mit Martin Heidegger pflegte er einen Briefwechsel, der während des deutschen Faschismus unterbrochen und erst nach dem Zweiten Weltkrieg langsam wieder aufgenommen wurde. Er war ein langjähriger Freund von Max Weber, Hans Walter Gruhle und Kurt Schneider.

Vernunft ist die sanfte Gewalt, die allem, und selbst der Gewalt, Grenze und Maß setzt.

Es darf keine Freiheit geben zur Zerstörung der Freiheit.

Der Mensch steht heute vor der Alternative: Untergang des Menschen oder Wandlung des Menschen.

Die Paradoxie gehört sonderbarerweise zum höchsten geistigen Gut; die Eindeutigkeit aber ist ein Zeichen der Schwäche.

Autor und Zuschreibung 🏷️: Vermutlicher Autor: Karl Jaspers. Sprachliche Register und Themen („spirituelle Güter“, Kritik an „Ende-Ende-Ende“) spiegeln Jaspers’ Existenzphilosophie wider, die sich mit Paradoxien und Grenzsituationen auseinandersetzt. Die Aussage kursiert in Zitatensammlungen als Jaspers-Zitat, oft jedoch ohne genaue Seitenangabe. Warum wird sie häufig C. G. Jung zugeschrieben? 🤔: Jung schreibt wiederholt, dass Paradoxien unerlässlich seien, um sich der psychischen und lebenserfüllenden Wirklichkeit anzunähern. In seinen Gesammelten Werken finden sich sehr ähnliche Formulierungen aus Jung’scher Sicht (zum Wert des Paradoxons und zur Gefahr der Einseitigkeit), was das Zitat leicht „verjugtig“ (transliteriert) erscheinen lässt.
Soweit dokumentiert, findet sich diese genaue Formulierung jedoch nicht als wörtlicher Satz aus Jung’scher Sicht in den Gesammelten Werken. Ursprung/Quelle 🔎: Originalsprache: Deutsch. Feste Formulierung: „Paradoxien, die aus den höchsten spirituellen Quellen vernommen werden; Endgültigkeit ist ein Zeichen von Schwäche.“ Primärquelle: Oft zitiert, ohne genaue Quellenangaben. Die Idee steht im Einklang mit Jaspers’ Werken aus den 1930er- bis 1950er-Jahren (z. B. „Die geistige Lage der Zeit“, „Philosophie“, „Vernunft und Existenz“), doch wird in gängigen Zitatensammlungen üblicherweise keine genaue Seitenzahl angegeben. Zusammenfassung 🧾: Die Aussage passt inhaltlich sowohl zu Jaspers als auch zu Jung, doch die konkrete Formulierung wird am überzeugendsten Karl Jaspers zugeschrieben. Jung dachte ähnlich über den Wert des Paradoxons, was die häufige Fehlzuordnung erklärt.
Erst dann, kurz vor meinem vierzigsten Geburtstag, machte ich die Philosophie zu meinem Lebenswerk.
