(Agrigent, 28. Juni 1867 – Rom, 10. Dezember 1936).
Italienischer Dichter, Dramatiker und Romanautor. 1934 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
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Aber die wahre Ursache all unseres Elends, dieser Traurigkeit – wissen Sie, was sie ist? Demokratie, mein lieber Freund, Demokratie, das heißt, die Herrschaft der Mehrheit. Denn wenn die Macht nur in den Händen eines Einzelnen läge, wüsste dieser, dass er einer ist und viele zufriedenstellen muss; regieren aber die Vielen, denken sie nur an ihre eigene Zufriedenheit, und dann entsteht die dümmste und verabscheuungswürdigste Tyrannei; die Tyrannei im Gewand der Freiheit.
Bild: Peter van Geest AI. Bedeutung 📖 😊: Dieses Zitat ist eine scharfe Kritik an der Demokratie, oder zumindest an ihrer praktischen Umsetzung. Kernaussage: Der Sprecher argumentiert, dass die wahre Quelle von Elend und Leid nicht im Mangel an Freiheit liegt, sondern in der Demokratie selbst, definiert als „Herrschaft der Mehrheit“. Vergleich: Es wird ein Vergleich zwischen einer Ein-Personen-Regierung (einer Autokratie oder Monarchie) und einer Mehrheitsregierung angestellt. Das Individuum: Wenn eine Person die Macht innehat, ist sie sich ihrer Alleinherrschaft bewusst und muss die „Vielen“ (das Volk) zufriedenstellen, um ihre Position zu erhalten. Dies impliziert eine gewisse Verantwortung. Die Vielen (die Mehrheit): Wenn die Mehrheit regiert, geht man davon aus, dass diese Gruppe lediglich darauf bedacht ist, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu befriedigen. Schlussfolgerung: Laut dem Sprecher ist das Ergebnis einer Mehrheitsregierung die „dümmste und hasserfüllteste Tyrannei“. Warum? Weil sie „Tyrannei im Gewand der Freiheit“ ist. Die Mehrheit kann die Minderheit unterdrücken und dies im Namen der Demokratie und des Volkswillens rechtfertigen. 🕵️♂️ Herkunft und Autor: Das Zitat stammt vom berühmten italienischen Schriftsteller Luigi Pirandello.Autor:Luigi Pirandello (1867–1936), italienischer Dramatiker, Romancier und Dichter. Er erhielt 1934 den Nobelpreis für Literatur. Herkunft: Diese Aussage stammt aus seinem Roman „Il fu Mattia Pascal“ (Der tote Mattia Pascal), erschienen 1904. Das Zitat stammt aus Kapitel X (mit dem Titel „Acquasantiere“). Es wird von der Figur Anselmo Paleari gesprochen. Paleari ist ein philosophisch veranlagter Charakter, in dessen Haus der Protagonist Mattia Pascal (unter dem Pseudonym Adriano Meis) in Rom ein Zimmer mietet. 💡 Kontext und Philosophie:Der Sprecher: Es ist wichtig zu beachten, dass das Zitat von einer Romanfigur (Paleari) stammt und nicht unbedingt Pirandellos persönliche Überzeugung widerspiegelt. Pirandellos Themen:Pirandellos Werk ist bekannt für die Auseinandersetzung mit Themen wie: – Die Fragmentierung der menschlichen Identität. – Die Subjektivität der Wahrheit. – Der Gegensatz zwischen Schein („der Maske“) und Sein („dem Leben“). – Die Relativität sozialer und politischer Konstrukte. Die Aussage im Kontext: Im Kontext des Romans und Pirandellos Philosophie kann diese Demokratiekritik als Ausdruck von Pessimismus gegenüber gesellschaftlichen Organisationen verstanden werden. Die Vorstellung, dass die Mehrheit eine Maske der Freiheit tragen kann, während sie die Minderheit unterdrückt, passt gut zu seiner allgemeinen Skepsis gegenüber der Gesellschaft und der absoluten Wahrheit.
Door Pieter
Mensenmens, zoon, echtgenoot, vader, opa.
Spiritueel, echter niet religieus.
Ik hou van golf, wandelen, lezen en de natuur in veel opzichten.
Onderzoeker, nieuwsgierig, geen fan van de mainstream media (MSM).